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DAS LEBEN IST EINE EINZIGE CHALLENGE

Von Olivia Sonnig · Lesen: ca. 8 Min. · Anhören

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Titelbild: DAS LEBEN IST EINE EINZIGE CHALLENGE

Meine Stimme für Dich

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DAS LEBEN IST EINE EINZIGE CHALLENGE – vollständiger Text

Ist dir das bewusst? Mir wird es gerade so richtig bewusst, während ich dabei bin, den gestrigen Tag nochmals vor meinem inneren Auge abzuspulen und durchzufühlen. Denn dieser Tag war für mich einer von denen, die unvergesslich bleiben, weil sie zu den Meilensteinen auf meiner Challenge-Reise gehören.

Es hat lange gebraucht, um diese fette rote Linie zu überschreiten, echt lange. Selbst Richie, der mein liebster Challenge-Partner ist und immer ganz vorne, wenn es darum geht, mal wieder eine rote Linie zu überwinden oder einfach mich immer wieder mal liebevoll zu schubsen mit den Worten: „Mein Schatz, wie wäre es, wenn du….“ Und ganz ehrlich: Ich wollte manchmal gar nicht wissen, wie dieser Satz weiter geht, weil mein Kopf das schon gar nicht hören wollte.

Besonders, wenn es um mein größtes Blockaden-Thema, das Singen, ging. Das hatte er kapiert und darum hat er, mein Schatz, sich liebevoll zurück genommen.

Doch ich wusste, dass ich irgendwann vor dieser Linie stehen würde und die Umstände gestern waren schon geprägt von: Wenn wir wieder in dieser Stadt sind, dann singst du dort irgendwo auf einer Straße.

Wir kamen in der Stadt an, um ein paar Dinge zu erledigen und dann, ja, dann war ich wie in einem Film. Wir packten mein Musikequipment zusammen und zogen wieder los, rauf in die Stadt. Ich sehe mich noch recht locker durch die geschäftigen Gassen gehen, um fest zu stellen: Nein, hier ist es zu laut, hier ist es zu windig, hier sind zu viele Reiseführer, die ihren Passanten etwas erzählen, und und und…. und ich hörte Richie murmeln: Das sind alles nur Ausreden.

Und dann kam der Moment: Ich bleibe stehen und entscheide plötzlich: Ok, hier. Richie fängt sofort an, alles auszupacken. Menschen laufen vorbei, immer wieder neue Menschen, manche sitzen auf den umliegenden Bänken, manche schauen vielleicht, was wir da machen. Niemand kennt mich, niemand kennt meine Geschichte. Niemand weiß, was ich gerade durchmache.

Ich bin im Film, wie hypnotisiert, als stünde ich vor einer schwierigen Prüfung und erinnere mich, wie ich gestern noch tränenüberströmt zu meinem Liebsten sage: Weißt du, ich fühle mich, als ob ich morgen zum Zahnarzt gehen müsste. Wenn ich es doch nur schaffe, das zu verinnerlichen, dass ich einfach nur freiwillig singen darf….dann müsste ich mich doch einfach nur noch freuen.

Als alles aufgebaut ist und ich loslegen kann, meldet sich plötzlich mein Darm. Oh je, ich muss ganz schnell ein Café aufsuchen, um auf die Toilette zu kommen. Als ich so auf der Brille sitze, atme ich ein paar Mal ganz tief durch, ohne meinen Kopf einzuschalten. Der bleibt still. Ich gehe mit einer Flasche Wasser zurück, es ist heiß in Iraklon, der Hauptstadt von Kreta, die Sonne knallt.

Ich könnte jetzt gemütlich an einem Strand sitzen und im Meer schwimmen. Doch ich bin jetzt hier. Ich stelle mich hinters Mikro, Richie zeigt mir, ich solle lächeln, und ich stelle meinen ersten Song auf meinem schwer lesbaren MPP3-Player an und beginne, zu singen. Schaue durch die vorbei gehenden Leute hindurch und bemerke, dass ab und an jemand stehen bleibt oder mir zulächelt.

Ich singe, einen Song nach dem anderen. Nach einer Stunde habe ich 16 Lieder gesungen und merke: Jetzt ist gut. Der MP3-Player ist fast leer. Ein Mann sitzt noch still und in sich versunken auf der Bank, er hatte die letzten Lieder gehört und mit Richie mit geklatscht. Ich winke ihm noch zu, als wir mit Sack und Pack wieder losziehen.

Ja, dachte mein Kopf, du hast es getan. Und jetzt ist es vorbei. Wieder eine rote Linie überschritten und die nächste kommt sicher ganz bald. Dafür hast du dir nun fast in die Hosen gemacht!

Ja, lieber Kopf, rede nur so mit mir und versuche mich daran zu hindern, mich zu freuen und ein wenig zu feiern.

Nun, zum Feiern war mir tatsächlich nicht. Ich war erschöpft und fühlte mich in einer Leere angekommen. Erschöpft, aber auch ein wenig zufrieden. Denn ich machte mir bewusst, dass ein Teil von mir viele Monate auf diesen Moment gewartet hatte. Der Teil in mir, der sich einfach mal zeigen will, der spielen will, der die Welt fröhlich sehen will und lachen, tanzen, singen will. Gehört der zu meiner Seele oder zu meinem wahren Kern? Ja, ganz sicher gehört er dazu.

Diese Situation in der Passage hat mich nicht nur eine große Überwindung gekostet, mich ein Stück weit mehr zu zeigen und mich zu trauen, etwas zu tun, was ich noch nie getan habe. Sie war auch ein Schlüsselerlebnis, das mir ganz leise bewusst wurde.

Die Menschen dort, so viele Menschen in dieser Urlaubsstadt, alle leben sie in ihrem eigenen Film. Manche hatten kurze Überschneidungen mit meinem Lebensfilm, sie hörten mich, schauten mich an, ließen sich berühren, andere nahmen von mir keine Notiz. Und da wurde mir so richtig bewusst, dass ich, nur ich alleine für mein Wohlbefinden, für mein Leben verantwortlich bin.

Es ist ganz egal, was ich tue, den Menschen da draußen ist das auch völlig egal, denn sie sind in ihrer eigenen Welt, in ihren Lebensfilmen unterwegs. Und auch sie sind für ihr Wohlbefinden vollkommen selbst verantwortlich und es kümmert niemanden, was sie tun oder lassen.

Wenn ich also da stehe und singe, tue ich das, weil es mir wichtig ist für mein Wohlbefinden, für mein Weiterkommen, für meine Challenge. Wenn ich nicht da stehe und nicht singe, da ändert sich nicht viel im Außen. Die Menschen kümmert es nicht. Es fehlt nur einfach etwas, das hätte da sein können.

Eine Frau, die eine Stunde Lieder gesungen hat und vielleicht auch ein paar Herzen berührt hat. Das hätte gefehlt. Die anderen hätten es aber nicht gewusst, dass ich sie berührt oder erfreut hätte, weil ich diejenige bin, die entschieden hat, sich hier hin zu stellen und zu singen.

Verstehst du, was ich sagen will? Es ist ganz egal, was ich im Leben für mich erreichen will, was ich erleben will. Was am Ende dabei raus kommt, ist ganz und gar meine Verantwortung. Die Entscheidungen, die ich treffe, sind meine Verantwortung und nicht die von anderen.

Ich mag es lieber, eingeladen zu werden, etwas zu tun, z.B. zu singen. Das ist ja auch wesentlich angenehmer, wenn ich weiß, liebe Menschen wollen meiner Stimme lauschen. Aber die meisten Entscheidungen darf ich aus mir heraus treffen, weil niemand anderes mich dazu auffordern wird.

Und die lieben Menschen, die mich eingeladen haben, zu singen, haben es nur deshalb getan, weil sie davon erfahren haben, dass ich singe. Hätten sie das nicht gewusst, dann hätten sie mich nicht aufgefordert.

Wie oft ist es aber so, dass andere nichts von unseren Vorlieben, von unseren Stärken, Talenten, Fähigkeiten, Wünschen und Träumen wissen, weil wir uns nicht gezeigt, uns nicht mitgeteilt haben?

Da fällt mir ein, wie oft ich mir damals gewünscht habe, dass jemand erkennt, wie ich bin und was ich liebe. Doch ich vergaß etwas Wichtiges: Mich zu zeigen. Wie kann ich mir wünschen, da kommt jemand und erkennt meinen inneren Schatz, wenn ich die Schatztruhe immer verschlossen gehalten habe, aus Angst, da könnte vielleicht etwas drinnen sein, das den anderen nicht gefällt?

Da hab ich es wieder, das Grundthema: Es könnte anderen nicht gefallen. Andere könnten anders reagieren, als ich es mir wünsche. Das Thema sitzt so tief, so tief.

Auch bei dir?

Nun, um den Kreis zur Überschrift zu schließen, hole ich noch etwas weiter aus. Meine Erkenntnis, dass ich selbst für mein Weiterkommen, für meine Entwicklung, Entfaltung, mein Wachstum verantwortlich bin und selbst dafür die Entscheidungen treffen darf, ohne darauf zu warten, dass im Außen etwas dazu führt, dass ich es tue, geht mit einer weiteren Erkenntnis einher.

Diese lautet: Der Weg in die eigene Entfaltung und Größe, der Weg zu meinem wahren Kern, der geht immer durch die Scheiß-Angst. Der Weg in Richtung Glückseligkeit, das was sich alle wünschen, ist nicht der bequeme Weg. Es ist alles andere als bequem.

Es ist ein Weg voller Herausforderungen. Willst du auf den Gipfel, bei dir selbst ankommen, wirklich glücklich diese Welt verlassen? Dann bleib nicht stehen und geh’ nicht wieder zurück. Geh’ weiter Schritt für Schritt, rauf, immer weiter. So anstrengend es auch ist. Aber nur so kommst du irgendwann da an, wo du wirklich hin wolltest.

Und diese Schritte sind Schritte immer weiter Richtung Selbstliebe. Mein Herz nicht mehr verraten, Dinge tun, die mich wirklich weiter bringen, die mein Innerstes hier leben will. Dieser Weg ist eine einzige Challenge. Jeden Tag aufs Neue darf ich entscheiden, ob ich den leichten Weg oder den für mich richtigen Weg gehen will.

Immer wieder werde ich vor einer neuen Herausforderung stehen, wenn ich diesen Weg zu mir selbst weiter gehen will. Warum? Weil es keine „normalen“ Entscheidungen sind, die ich da treffen darf inmitten einer riesigen Welt voller „Normalos“. Denn die meisten bleiben „Normalos“.

Nur die, die sich trauen, ihrem wahren Selbst näher zu kommen, die bleiben keine „Normalos“. Wie hieß es doch so schön: Wir haben Angst vor unserer eigenen Größe. Oh, ja, das beginne ich immer mehr zu verinnerlichen.

Mein Kopf schüttelt sich gerade und lacht: Phh, wie groß denkst du denn, das du bist? Ich antworte: Hmm, das kannst ja nur du mir sagen, der da denkt. Ich denke nicht und ich kann dir nicht sagen, wie groß ich wirklich bin, denn ich hab’ gerade mal an meiner Fassade gekratzt, vermute ich.

Oh, jetzt hab ich ihn geschockt, meinen Kopf, der ist plötzlich sprachlos! Gut so!

Erinnere dich: Du bist so viel größer und hast so viel mehr zu geben, als dein Kopf denkt!

Wie ist es in deinem Lebensfilm? Schreib’ gerne in den Chat. Ich freue mich, von dir zu lesen.

Ich umarme dich

deine Olivia

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