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DAS SOLL NORMAL SEIN? IST DAS UNSERE NATUR?

Von Olivia Sonnig · Lesen: ca. 6 Min. · Anhören

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Titelbild: DAS SOLL NORMAL SEIN? IST DAS UNSERE NATUR?

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DAS SOLL NORMAL SEIN? IST DAS UNSERE NATUR? – vollständiger Text

Es ist Abend. Ich sitze an meinem Laptop und entscheide mich, die letzte Stunde vor dem Schlafengehen mit Musik zu verbringen. Ich lande bei Youtube und schaue mir überraschend zwei Ausschnitte aus Live-Konzerten mit Barbra Streisand an.

Auch wenn ich kein typischer Fan von ihr bin, ich mag ihr Talent, einige ihrer Filme und auch einige ihrer Songs. Nun schaue ich sie an und höre ihr zu, wie sie auf der Bühne performt. Sie hat Stil. Sie hat Humor.

Sie füllt einen riesigen Konzertsaal und schafft es zwischen ihren Liedern, immer wieder, eine echte Verbindung zu ihrem Publikum herzustellen.

Ich schaue mir das ganz bewusst an und bewundere sie. Sie ist eine starke Frau. Sie hat es sicher nicht immer leicht gehabt. Sie hat sich durchgesetzt auf ihrem Weg der Karriere. Sie ist beliebt. Sie bereichert diese Welt durch das, was sie liebt und gut kann.

Als ich kurz später auf ein Youtube-Video stoße, in dem sämtliche weiblichen Stars aus meiner Jugend gezeigt wurden, wie sie damals ausschauten und wie sie heute aussehen, da bin ich so manches Mal schockiert darüber, wie alt und fremd manche aussehen.

Und da, plötzlich kommt ein weiteres Video, in dem Barbra Streisand in ihrem heutigen Alter zu sehen ist. Ich muss schlucken. Das ist nicht die Frau, die ich eben noch bewundert habe. Auch wenn sie zufrieden aussieht und über ihr Leben erzählt. Sie ist nicht die Frau in ihren Blütejahren. Verstehe mich nicht falsch. Sie hat nicht an Wert verloren, weil ihr Körper gealtert ist. Doch, was ich fühle, lässt mich traurig werden.

Mir wird nicht nur selbst noch einmal bewusst, dass ich selbst schon in die Jahre gekommen bin. Ich merke plötzlich und zum ersten Mal in meinem Leben, dass ich nicht mehr so denke, wie die meisten von uns.

Ich denke nicht mehr: „Tja, das gehört zum Leben. Das ist nun einmal so. Das ist normal!“

„Nein, es ist nicht normal!“ schreit es in mir. Und ich wundere mich selbst über diese plötzliche Erkenntnis. Doch ich fühle es in dem Moment tatsächlich als Wahrheit.

Wir halten fast alles hier für normal, ist es nicht so? Was hältst du alles für normal und hast es nie hinterfragt, weil es dir nie in den Sinn kommen würde?

Es wird ganz still in mir. Ich klappe mein Laptop zu, mache mich bettfertig und als ich mich in mein Bettzeug hinein kuschle, wirkt es noch nach.

Was, wenn es stimmt? Was wäre denn, wenn hier alles nicht normal wäre?

Was wäre, wenn das hier gar nicht unser wahres Zuhause ist? Sondern eine Art krankhafter, parasitärer Quarantäne, in der wir fast nichts mehr von unserer Göttlichkeit, unserer Schöpfermacht wissen und auch fast nichts mehr von unseren Fähigkeiten leben können?

Ich frage mich, was wäre, wenn wir unsterbliche Dauerblüher sind? Die niemals altern, kränkeln, schwächeln und sterben? Wenn wir aus Welten kommen, in der es keine Zeit und keinen Verfall und auch keinen Energiemangel gibt, weil alles endlos und vollkommen da ist?

Ja, du magst jetzt vielleicht sagen: „Aber, Olivia, hast du vielleicht ein Problem mit dem Älterwerden? Es ist hier normal, dass wir altern, kränkeln, schwächeln und sterben.“

Dein Kopf mag denken: Jetzt dreht sie durch. Das ist zu abgehoben!

Aber ist es das wirklich?

Was wäre, wenn hier wirklich alles verkehrt wurde, alles verdreht wurde, damit wir vergessen, dass das hier nicht normal ist?

Abgesehen davon würde dann die Frage aufkommen:

War es so beabsichtigt, hier diese Erfahrung zu machen in dieser verdrehten Welt oder wurden wir hier reingelegt von einer Spezies, die nicht menschlich ist? Diese Frage stelle ich mir nicht zum ersten Mal.

Was ich jedoch mehr und mehr fühle, ist:

Diese Welt HIER, so wie sie ist, ist nicht mein Zuhause.

Und diese plötzliche Erkenntnis von eben bringt mich zu einem neuen Verständnis:

Ich verstehe jetzt, warum wir, besonders wir Frauen (aber auch die Männer), uns nicht gerne altern und zerfallen sehen.

Nicht weil hier künstlich die ewige Jugend beworben wird und ganze Industrien damit gefüttert werden. Sondern, weil es ursprünglich nicht normal ist, dass wir überhaupt altern.

Könnte es sein, dass es eben nicht die Erziehung und die Industrie alleine sind, die uns hier beeinflussen? Könnte der wahre Grund das Urwissen tief in unserem Kern sein, dass es nicht natürlich ist?

Und während meine Augen schwer werden, stelle ich mir vor, wir wären wieder in unserer Ursprünglichkeit mitten im ursprünglichen Leben, auf der ursprünglichen, sauberen, freien Erde.

Wie schön wäre das?

Nicht nur Barbra Streisand wäre längst nicht am Ende ihrer Tage angekommen, sondern würde noch viel mehr Konzerte geben.

Wir wären endlos kreativ und in unserer Kraft. Ja, das wäre schön.

Noch vor nicht allzu langer Zeit hätte mein Kopf jetzt gedacht: Oh, nein. Es muss doch mal zu Ende sein. Dauerpower? Dauerleben? Wie soll denn das gehen? Viel zu anstrengend. Wir müssen schlafen, uns ausruhen, und alles hat ein Ende….nur die Wurst halt nicht.

Existieren hier nicht sogar wissenschaftliche Erkenntnisse darüber, dass unser Körper für ein viel längeres Leben ausgelegt ist….doch es wird alles dafür getan, dass wir früher altern und sterben. Wird vielleicht genau das ebenso ausgenutzt, damit wir uns schlecht fühlen und an uns selbst zweifeln?

Aber, wenn der Kopf ein Leben lang so denkt, wie er es gelernt hat zu denken, ist es schwer, etwas völlig anderes für möglich zu halten.

Ja, lieber Kopf. Du bist ja auch auf diese Matrix hier gut programmiert. Und darum fällt es dir so schwer, über den Tellerrand zu denken. Da fehlt dir neuer Speicherplatz, nachdem ein paar Programme gelöscht werden müssten, damit du dazu imstande bist.

Aber das macht nichts. Hauptsache, mein Herz weiß es. Und wie schön mein Leben geworden ist, seit ich meinem Herzen folge, das hast du ja seit vielen Jahren mitbekommen, lieber Kopf.

Als ich am nächsten Tag Richie davon erzähle, muss ich heftig schluchzen. Das Thema geht echt tief. Und später beschließe ich, dir davon zu erzählen.

Ganz egal, wie du darüber denken magst und ganz egal, ob du mich für verrückt hältst.

Ich weiß, es ist mutig, so etwas zu schreiben. Aber ich schreibe, was ich fühle.

Ich weiß, dass meine Worte nicht jeden erreichen und nicht jedem gefallen.

Mittlerweile ist es mir wirklich egal, was du über mich denkst.

Ich zeige mich so, wie ich fühle, wie ich bin.

Und diese Erkenntnis bringt mich zu noch mehr innerer Kraft. Ich fühle mich nicht mehr schlecht als Frau, weil es mir nicht gefällt, meinen Körper altern zu sehen.

Ich fühle, dass es ok und genau das normal ist.

Und ich muss mich weder anstrengen, doch endlich wieder zufrieden zu sein, noch muss ich mir einreden, ich liebe mich nicht genug.

Und ich finde, jeder Mann und jede Frau darf sich darin wieder finden, sich damit auch normal zu fühlen.

Na, vielleicht stoße ich ja bei dir ähnliche innere Prozesse an. Ich freue mich über deine Gefühle und deine Sichtweise dazu. Schreibe gerne in unseren Chat.

Erinnere dich: Das Leben hier ist vielleicht gar nicht so ursprünglich und natürlich, wie dein Kopf denkt.

Ich umarme dich

deine Olivia

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