EINE BLOCKADE NACH DER ANDEREN – vollständiger Text
Puh, es ist für mich gerade eine echte Achterbahnfahrt. Eine solche Challenge habe ich bisher noch nicht erlebt. Das würde niemand denken, der weiß, dass ich frei durch die Welt toure gemeinsam mit meinem Allerliebsten und gerade wieder an einem wunderschönen Naturistenbeach verweile. Außen alles tutti – aber innen Sturmtief und Sonnenhoch abwechselnd und fast ohne Pausen.
Dabei kann ich es nicht einmal in Worten beschreiben. Ich hatte vor einer Woche noch meine letzte Heilsession und war echt im Raum der absoluten Leere angekommen. Eine Erfahrung, die ich nie mehr vergessen werde. Ich war im tiefschwarzen Raum der Unendlichkeit angekommen und nahm nur noch kleine fast unscheinbare Lichtfunken war, die allesamt um mich herum tanzten. So stellte ich mir die Ursuppe vor - das, woraus alles gemacht ist. Und dort zu verweilen und mit ihr zu verschmelzen, mit dieser Ursuppe, war der größte und tiefste Frieden, den ich je gespürt habe, seit ich hier Mensch bin.
Doch ganz egal, wie wunderbar solche Momente sind. Sie sind eben nur Momente – ich kann sie nicht festhalten – niemand kann das. Sie kommen und gehen. Und auch dieser Moment verschwand so leise, wie er gekommen war.
Die nächsten Tage waren wieder herausfordernd. Ich habe das Gefühl, ich bin nur noch mit Transformation beschäftigt und habe kaum Zeit für etwas anderes. Immer zeigt sich irgendetwas. Doch dieses Irgendetwas scheint immer heftiger zu werden. Du hörst, ich bin ganz heiser. Du wirst gleich erfahren, warum.
Krasse depressive Episoden bis hin zur Gelähmtheit. Nicht mehr wissen, was geht, was geht nicht. Wo ist oben wo unten? Was ist real und was nicht? Was ist jetzt wirklich wichtig und was darf ich infrage stellen, was darf ich in die Tonne kloppen?
Gerade stelle ich alles in Frage. Einfach alles.
Obwohl Richie und ich fast unentwegt nach neuen Möglichkeiten Ausschau halten und schon Vieles kennen gelernt und selbst ausprobiert haben. Ich lerne immer mehr dazu, bzw. erinnere mich immer mehr an das Wesentliche. Ganz aktuell die Weisheit, dass Kreativität wichtiger als Wissen ist. Dieser Satz stimmt so was von. Denn nicht nur Manifestieren funktioniert über Vorstellungskraft und Ideen, auch Heilung und Auflösung.
Ich nutze aktuell noch bewusster meine Vorstellungskraft und das Fühlen, denn das sind die Vehikel zur Transformation, das durfte ich neulich nochmals verinnerlichen. Und ich mag spielerisch durch die Prozesse gehen und beginne jetzt auch, genau das zu tun. Ich geb’ mir alle Mühe!
„Werdet wieder wie die Kinder“. Sie machen es uns vor.
Es geht nicht um die Unbeschwertheit und darum, alle Konditionen los zu werden. Es geht darum, sich anzuschauen, wie die Kinder mit der sogenannten „Enge“, die für allen Ballast steht, umgehen. Enge im Sinne von Konflikt, im Sinne von Traurigkeit, im Sinne von Schmerz, im Sinne von Frust, was auch immer.
Wie gehen Kinder damit um? Hast du dir diese Frage schon einmal gestellt? Kinder tun nicht so, als gäbe es die Enge nicht. Man sieht es ihnen an. Sie lenken sich nicht von der Enge ab und sie verdrängen sie nicht.
Kinder fühlen die Enge und lassen sie „raus“! Sie zeigen ihre Emotionen, ihren Frust, ihre Unzufriedenheit, ihren Schmerz, ihre Hilflosigkeit, sie lassen es raus! Sie sprechen es aus. Sie unterdrücken es nicht! Sie schreien, sie weinen, sie stampfen, sie brüllen, sie machen sich frei!
Und genau das tun wir Erwachsenen genau so, stimmt’s? Jetzt musst du schmunzeln, nicht wahr! Weil es nicht stimmt. Wir tun eben genau das nicht! Wir wollen die Enge nicht, verdrängen sie, gehen in den Widerstand, lenken uns mit allem Möglichen ab, putzen, arbeiten, beschuldigen andere, lenken uns ab, schauen Netflix, gehen shoppen, gehen Kuchen essen, treffen uns zum Bierchen…..Wir tun alles, nur nicht, diese Enge fühlen, sie durch fühlen, sie rauslassen, wie die Kinder es tun. Weil wir vergessen haben, was danach passiert.
Was erleben Kinder, nachdem sie die Enge raus gelassen haben? Es geht ihnen wieder gut. Sie erleben wieder die Weite. Ihren optimalen Zustand, der Zustand, der auch für uns Erwachsenen optimal und erstrebenswert sein sollte. Es darf uns gut gehen – im Normalfall.
Wie vielen geht es meistens jedoch so lala? Nicht wirklich gut? Wie viele spielen etwas vor und leiden tief innen?
Das mit den Kindern hat mich sehr inspiriert und ich habe begonnen, wieder wie ein Kind zu spielen. Ich bin noch Anfänger, aber es tut gut, alles laut auszusprechen und die Emotionen wirklich rauszulassen.
Richie und ich sind in Rollen gegangen, haben sie gespielt, ausgespielt, bis die Weite wieder da war. Wir haben beide unterschiedliche Themen angeschaut, sie in Form von Gegenständen vor uns aufgestellt und rein gefühlt, welche Informationen da kamen und uns ausgesprochen. Ich darf ruhig mal meine Kaffeetasse anschnauzen, die gerade für einen Verwandten aus der Ahnenreihe steht. Oder mit dem Löffel diskutieren, der für meinen weisen Berater steht. Diese Art, spielerisch zu transformieren erinnert mich stark an meine systemische Ausbildung. Das Spielerische kreative Sichtbarmachen von Situationen und so weiter...das liegt mir, das kann ich gut.
Und heute war ich so super drauf. Wir schaffen es, jeden Morgen eine halbe Stunde Sport zu machen. Ein Mix aus Stretching, Yoga und Krafttraining, einfach draußen am Strand. Das tut uns echt gut, da wir zu Bewegungsmuffeln mutiert waren und das dann auf die Hitze geschoben haben. Da hatten wir uns natürlich selbst etwas vor gemacht. Aber unsere Unzufriedenheit mit uns selbst brachte uns schließlich dahin, diesen neue Ehrgeiz zu entwickeln.
Wir waren heute schon früh am Beach und sind nach dem Sport und unserem Meeresbaden wieder zum Van zurück. Und dann setze ich mich, stehe kurz danach wieder auf und – sch……., ein Schmerz im unteren Rücken. Wieder mal! Den kannte ich doch von vor einigen Wochen erst! Da war ich ein paar Tage lang ausgenockt gewesen.
Warum jetzt wieder diese Scheiße? Warum? Es ging mir sooo gut und jetzt! Da kamen natürlich alle möglichen Opfergedanken wieder hoch „Immer wenn es mir richtig gut geht, (ne, du kennst diese Gedanken)... dann….will mich irgendwas wieder in die Knie zwingen… oder oder oder. Ich will sie gar nicht aussprechen. Ich hab sie einfach ausradiert und ausgeschnippt!
Ich war voll im Opfer, voll emotional, aber auch vollkommen hilflos. Wir wollten heute wieder los fahren an einen anderen Ort. Jetzt saß ich da und traute mich kaum, mich zu bewegen, um es nicht noch schlimmer zu machen. Ich legte mich hin, um den Körper zu entspannen, gab Tiefenwärme drauf und gute Gedanken.
Dann schauten Richie und ich uns den Anteil an, der so hilflos war. Wir schauten uns Vieles an. Es gab viele innere Bilder. Und dann plötzlich merkte ich eine Wut in mir aufsteigen. So viel alte Wut, die ich all die Jahre in mir drinnen trug. Egal worüber. So viel alten Scheiß….der sich da unten in meinem Becken, in meiner Kreuzdarmbein-Gegend fest gesetzt hatte und nun dabei war, sich zu lösen, schmerzhaft natürlich.
Nur einen Schrei ließ ich überraschend los. Keine Ahnung, ob mich jemand hörte. Und das war mir in dem Moment auch überraschend scheiß egal!
Und dann hatte ich die geniale Idee, ins Meer zu gehen um dort den Rest los zu werden. Ich schleppte mich vorsichtig ans Ufer und ging ins Wasser. Ich stellte mir vor, wie der ganze Rotz durch mein Steißbein hinunter, die Beine hinunter und durch die Füße in den Sandboden fließt.
Und dann tauchte ich mehrmals unter und ließ laute Schreie von mir ab. Ich schrie mich heiser, ohne das jemand das hören konnte. Lediglich Luftblasen an der Wasseroberfläche. Wie geil ist das? Ich, die sich ohnehin schwer tut, laut zu schreien. Jetzt hatte ich eine Möglichkeit gefunden, es zu tun! Besser noch, als mein Kopfkissen vors Gesicht zu halten!
Und es tat richtig gut. Mit jedem Schrei wurde es leichter. Ich war zwar heiser, doch ich merkte, wie sich mein ganzer Körper entspannte und wie alles lockerer wurde. Ich hatte das Gefühl, dass alles raus war.
Ein kurzes Sonnenbad im Halbschatten, um meinem Körper die Ruhe zu geben, die er jetzt brauchte, verschaffte mir dann weitere Entspannung.
Und der Weg zurück zum Van war schon fast wieder normal. Unglaublich! Jetzt sitze ich hier und schreibe meine Story für dich auf.
Ich warte noch, bis mein Kopf auch wirklich gewiss sein kann, dass dies alles geholfen hat, diese Blockade wirklich in die Auflösung zu bringen, bevor ich diesen Post aufspreche. Aber ich weiß auch, dass der Körper, die Materie eben die trägste Instanz ist und ich geduldig sein darf.
Nach totalem Frust und Hilflosigkeit dann immer wieder in die eigene Schöpferkraft zu kommen, das ist sehr ermächtigend und erinnert auch mich immer wieder aufs Neue daran, dass ich selbst alles verändern kann und niemals Opfer äußerer Umstände bin.
Mein Kopf will das immer wieder einfach nicht glauben, dass es so ist und er kann gar nicht genug Beweise dafür kriegen. Ich bin gespannt, wann er endlich überzeugt ist.
Vielleicht hilft es dir in diesen stürmischen Zeiten und inspiriert dich, auch in deine Schöpferkraft zu gehen, die Dinge wirklich selber kreativ und spielerisch anzugehen, die sich da zeigen. Keine Angst vor Emotionen zu haben. Es zeigt sich bei uns allen so Vieles, denn es kommt alles an die Oberfläche, was wir Jahre mit uns herum getragen oder verdrängt haben.
Niemand kommt daran vorbei. Niemand kommt an sich selbst vorbei. Doch wenn du willst, dass es leichter wird und dass es wirklich weg geht und nie wieder kommt, fühle, fühle, gehe nicht in den Widerstand, gehe da durch und mach dich selbst frei. Da hilft dir kein Arzt oder Apotheker – nur du selbst!
Und wenn du selbst überfordert bist und alleine nicht weiter kommst, dann suche dir einen guten kreativen Coach, der mit dir ins Fühlen geht und der den Dingen auf den Grund geht. Keine jahrelange Kopfarbeit bringt dich da weiter, aber das Fühlen. Auch wir brauchen regelmäßig jemanden von außen, der mit uns weiter den Weg durch den Tunnel frei macht, weil wir nicht alles alleine hinkriegen. Und jeder erfolgreiche Mensch hat seinen Coach. Wenn du jemanden suchst, findest du unter P.S. einen Link unserer persönlichen Empfehlung. Mit den beiden arbeiten wir bereits über ein Jahr zusammen und es hat uns enorm viel freier und nach vorne gebracht.
Erinnere dich, wie ich mich erinnere: Du bist so viel machtvoller als dein Kopf denkt!
Ich umarme dich
deine Olivia
