EINFACHHEIT“ – WENN DAS SO EINFACH WÄRE... – vollständiger Text
Gerade lese ich einen weisen Spruch, der Leonardo Da Vinci zugeschrieben wird:
„Die Einfachheit ist die höchste Form der Vollendung“!
Ich spüre ein lautes „JA – hast Recht gehabt, Da Vinci!“
Und wie er Recht gehabt hat! Wenn ich so auf mein Leben zurück blicke, denn ich kann ja nur zurück blicken auf all meine Erfahrungen, dann ist auch das eines meiner größten Learnings!
Oh, ich merke gerade, dass mir das englische Wort so rausgerutscht ist. Ich könnte jetzt ein deutsches Synonym nehmen, doch mein Kopf sagt: Lass stehen, klingt doch gut! Versteht jeder!
Das stimmt wohl. Ich belasse es dabei und will es nicht kompliziert zerdenken. Auch wenn meine Grundtendenz dahin geht, dass ich mir in meinem Kopf zurecht gelegt habe, die deutsche Sprache zu würdigen, indem ich möglichst kein „D-englisch“ rede oder schreibe, weil ich begonnen hatte, genau das abzulehnen aus gewissen Gründen, die ich hier nicht auch noch aufzählen mag.
Und innerlich lacht es in mir, weil genau das Thema „EINFACHHEIT“ selbst in diesem kleinen Moment steckt. Jedes Abwerten, Urteilen, jede starre Haltung, alle Prinzipien, die Mensch sich so innerlich aufbaut, entspringt ebenfalls nicht der Einfachheit, wenn ich es ganz genau betrachte.
Und doch gibt es zu diesem Begriff „EINFACHHEIT“, wie es mit allem so ist in dieser Dualität, Polarität, auch das GEGENTEIL. Nämlich die Neigung, den einfachen Weg zu gehen.
Hier braucht’s die krasse Unterscheidung zwischen EINFACH und KOMPLIZIERT oder EINFACH im Sinne von BEQUEM und WESENTLICH im Sinne von FÖRDERLICH für die eigene Entwicklung!
Wie kompliziert ist dein Leben? Das ist für mich der Gradmesser dafür, wie weit ich mich entwickelt habe. Komplizierte Beziehung? Kompliziertes Umfeld? Komplizierte Jobverhältnisse? Komplizierter Alltag? Schwierig, anstrengend, frustrierend, kräftezehrend, lebensfeindlich, erniedrigend, ungesund.
All das fällt beinahe weg, wenn mein Leben EINFACH geworden ist.
Es mag noch viele geben, die tatsächlich glauben: „Je anstrengender, komplizierter, kostspieliger, umso besser stehe ich da!“ Das ist verständlich, spielt doch das System uns alle genau in diese Sackgasse hinein.
Doch viele stehen nun immer noch vor dieser Wand und merken, dass sie umkehren und ihr Leben verändern dürfen. Und für den Preis der Einfachheit darf ich die Bereitschaft, neue Herausforderungen anzugehen, zahlen.
EINFACH bedeutet nicht: Ich mach’s mir einfach.
Es ist vielmehr das Ergebnis davon, es mir nicht leicht gemacht zu haben. Die Herausforderungen angegangen statt ihnen aus dem Weg gegangen zu sein. Die Hürden zu nehmen, anstatt sie zu umgehen.
Die Verantwortung bei mir zu suchen und nicht bei anderen. Aus eigener Kraft in die eigene Größe zu wachsen, anstatt im weichen, warmen Sumpf stecken zu bleiben. Durch erforderlichen Schmerz zu gehen, um in die eigene Heilung zu kommen.
Ängste als das zu sehen, was sie sind: Hinderliche Steine oder mich ausbremsende Portale, die ich überwinden oder durchschreiten darf.
Und auf diesem Weg wird nicht nur der unsichtbare Rucksack endlich leichter, der Weg zu mir selbst kürzer. Das Leben wird einfacher. Immer einfacher. Der Kopf wird freier, weil weniger störende Gedanken mich beeinflussen können, Programme laufen einfach nicht mehr, weil ich sie eliminiert und gelöscht habe.
Und jeder Tag ist wie ein Neuanfang, wenn es mir gelingt, ihn in der neutralen Einfachheit als neue Erfahrungsmöglichkeit wahrzunehmen.
Der erste einfache Schritt in Richtung EINFACHHEIT könnte sein, mir bewusst zu machen, wo ich eigentlich stehe und welche Rolle ich hier gerade spiele und warum:
Indem ich beginne, mich und mein Leben zu beobachten: Bewusst aus meiner Rolle austreten und mir Fragen zu stellen:
Wo kann ich Druck rausnehmen?
Wo bin ich zu sehr in Denkschleifen gefangen?
Wo bin ich absolut intolerant und stur?
Wo gibt es dieses MUSS in meinem Leben, ohne das nichts geht?
Wo stecke ich in Abhängigkeiten?
Wo lenke ich mich ab?
WAS FÜHLE ICH IN DIESEM MOMENT?
WILL ICH DAS ODER KANN DAS WEG?
Was will ich stattdessen?
Für wen mache ich das hier gerade, für mich oder für andere?
Was brauche ich wirklich?
Wo darf ich mehr für mich selbst da sein?
Wo kann ich mich mehr spüren und zur Ruhe kommen, um mir klar zu werden?
Wo und wer will ich in naher Zukunft sein? Wie will ich leben?
Der zweite Schritt könnte sein:
Mir bewusst zu werden, dass ich selbst für mein Leben verantwortlich bin und ich (nur ich) es auch selbst ändern kann! Auch wenn ich zum Arzt gehe: Nur ICH SELBST kann mich heilen. Der Arzt leistet nur (im besten Fall) Hilfestellung.
Mir bewusst zu werden, dass in mir eine Kraft schlummert, die mir sagt: Ich kann alles schaffen, wenn ich wirklich, wirklich will!
Meine Aufmerksamkeit auf das lenken, was gut ist und was für mich erstrebenswert ist, was ich leben will. Mich nicht länger mit all dem beschäftigen, was negativ ist.
Der dritte Schritt könnte sein:
Ich mache jeden Tag Dinge anders, breche meine Gewohnheiten. Ich räume Stück für Stück auf, mein äußeres Umfeld, suche Menschen, die mir gut tun, setze gesunde Grenzen, schaffe ein behagliches Zuhause, schaffe Ruhemomente, Zeiten für mich.
Ich begebe mich nach innen, erkenne meine Muster, alte hinderliche Glaubenssätze, wie ich über mich und die Welt denke und rede und verändere Stück für Stück mein Denken und Verhalten.
Ich übe mich in Selbstliebe. Nehme mich an, wie ich bin. Kritisiere mich nicht, sondern bin für mich selbst da wie eine liebende Mutter für ihr Kind, das seine Erfahrungen macht.
Ich lasse los, was in mir Enge macht und lade ein, was mich tiefer, entspannter und weiter atmen lässt.
Ich erlaube mir dieses Leben in Fülle, weil ich es wert bin, ohne es mir „verdienen“ zu müssen.
Denn ich bin von Geburt an „WERTVOLL“!
Und dann gehe ich geduldig mit mir selbst die weiteren Schritte, die sich daraus ergeben, einfach Schritt für Schritt! Beharrlichkeit zahlt sich aus!
Ich erinnere mich jeden Tag an den Sinn meines Lebens, an meine Träume und daran, warum ich aufstehe, wofür ich lebe!
Und wenn es gerade nichts gibt, worauf ich mich freuen kann (das kenne ich nur zu gut aus meiner Vergangenheit), dann überlege ich mir eine kleine Sache, die ich heute oder morgen für mich tun kann, auf die ich mich freuen kann!
Denn ein Leben ohne Freude darf endlich der Vergangenheit angehören, findest du nicht auch?
Erinnere dich: Du hast mehr Freude verdient, als dein Kopf zu denken gelernt hat!
Ich umarme dich
deine Olivia
