Fremdbestimmt – ein Dauerbrenner oder was? – vollständiger Text
FREMDBESTIMMT – EIN DAUERBRENNER ODER WAS?
Viele Jahre lang habe ich gar nicht bemerkt, wie oft ich fremdbestimmt lebe.
Heute passiert’s immer noch – vor allem dann, wenn ich nicht richtig in meinem Körper bin, sondern nur im Kopf.
Wenn ich mich selbst nicht spüre. Nicht in meiner Mitte, nicht in meinem Herzen. Kennst du auch, oder?
Wenn wir wirklich präsent wären – im Herzen, im Körper, im Jetzt, würden wir vieles klarer sehen.
Wir würden spüren, was nicht zu uns gehört. Und wir würden andere Entscheidungen treffen. Wirklich eigene. Nicht die, die „man halt so trifft“.
Woran merke ich eigentlich, dass ich fremdbestimmt bin?
Tja, meistens merke ich’s nicht sofort. Weil das Fremdbestimmt-Sein so schön leise daherkommt.
So unauffällig. So normal.
Erst im Rückblick sehe ich’s dann: Dass ich Dinge getan habe, weil sie „normal“ sind.
Weil andere das erwarten. Weil es bequem ist, mitzuschwimmen. Oder weil selbst mein Kopf nicht mal hinterfragt und stattdessen sagt: „Na komm, das macht man eben so.“
Typisches Zeichen: Ich funktioniere – ohne vorher in mich reinzuspüren. Und das Ergebnis?
Stress. Müdigkeit. Leere. Oder einfach nur das typische Fragezeichen in mir drin: „Was mach ich hier eigentlich…?“
Da sind so viele Stimmen in meinem Kopf, lauter alte Programme, übernommen, eingeimpft, abgelegt. Ganz besonders dieses eine Programm, das dir bekannt sein dürfte:
Es gibt da so eine ganz besondere Sorge, die besonders beliebt ist: Was denken die anderen?
Was erwarten sie von mir? Bin ich noch okay, wenn ich mich entscheide, nicht mitzumachen?
Ich hab lange gedacht, ich müsste alles tun, was andere von mir erwarten. Oder was ich glaube, dass sie erwarten. Diese Programme laufen so tief, dass ich manchmal gar nicht merke, wie automatisch ich sie abspule.
Und ja – ich geb’s zu: Ich dachte sogar jahrelang, Werbung hätte auf mich null Einfluss.
Bis Richie meinte: „Du benutzt das Waschmittel doch nur, weil du das aus der Werbung kennst.“
Touché. Ich habe zuerst rebelliert und mich erklärt...dass meine Mutter das ja auch schon immer kaufte, weil die Wäsche wirklich sauberer wird und besser riecht….bis ich dann erkannt habe, dass auch das nur übernommene Programme waren. Heute bin ich frei davon! Juhuu.
Doch die Werbeslogans aus meiner Kindheit, ja, die krieg’ ich einfach nicht gelöscht. Die Dateien sind so versteckt abgelegt, aber mein Kopf, der findet sie, wenn er sie abrufen will.
Und was wäre, wenn ich nur meiner Wahrheit folgen würde...?
Stell dir vor, du und ich würden nur noch unsere Wahrheit leben. Du nur deine und ich nur meine. Nicht angepasst, nicht gezwungen, nicht aus Angst oder Pflichtgefühl. Wir wären vermutlich dauerhaft lebendig, klar, kreativ, kraftvoll und richtig nährend. Für uns. Für andere. Für die Welt.
Wenn ich mit mir verbunden bin, in meinem Herzen verankert, dann weiß ich: Diese Entscheidung ist stimmig. Sie fühlt sich frei und klar an. Dann fließt Energie – statt dass sie verpufft. Das macht nicht müde, das kostet keine Kraft. Im Gegenteil. Ich habe mehr Kraft und kann auch viel mehr schaffen. Oh, ich schaffe gerne. Manchmal zu viel.
Aber wehe, ich rutsche in den Kopf. Dann kommen die Zweifel. Dann wird eine Herzens-Entscheidung oft direkt wieder gestrichen. Kommt dir das bekannt vor?
Die entscheidende Frage lautet: War ich wirklich bei mir, als ich diese Entscheidung getroffen habe? War ich ruhig, klar, geerdet – oder gestresst, überfordert, auf Autopilot?
Wenn ich gestresst bin, sagt mein Körper das deutlich: Verspannungen, schlechte Laune, Druck im Kopf. Dann kommen Gedanken, die mich von mir wegführen. Dann treffe ich Entscheidungen aus Pflichtgefühl oder Angst, nicht aus meiner inneren Wahrheit.
Was hilft mir dann?
Beobachten und STOPPEN! Ich halte öfter inne und frage mich ehrlich: Warum mach ich das gerade? Will ich das wirklich – oder funktioniere ich gerade nur? Muss das jetzt sein oder kann das weg? Was würde ich stattdessen tun wollen? Selbst diese Frage kann für mich eine echte Herausforderung sein. Früher war sie das oft, weil ich nicht wusste, was ich wirklich will oder wollen würde. ;-)
Manchmal weiß ich nicht sofort eine Antwort auf diese Fragen. Dann spüre ich sie erst später. Aber allein die Fragen verändern schon etwas. Sie bringen mich wieder zurück. Zu mir.
Ich frage mich: Was würde mein Herz sagen? Und auch wenn die Antwort nicht immer klar kommt – ich bleibe dran. Ich trainiere das. Wie Muskelaufbau. Nur innerlich.
Damit immer mehr Fremdbestimmung raus geht und mehr Lebensfreude reinkommt!
Ich erinnere mich immer wieder: Wenn ich selbstbestimmt lebe, wenn ich Entscheidungen aus meinem Innersten treffe, dann fühlt sich mein Leben echt an. Nicht perfekt. Aber ehrlich.
Und das macht alles leichter. Sogar die schwierigen Dinge.
Halte nichts für „selbstverständlich oder normal“ – hinterfrage einfach alles! Das bringt dich auf jeden Fall mehr zu dir, zu dem, was und wer du wirklich bist. Glaube nicht, du wüsstest das doch schon! Ist manchmal anstrengend und nervig, ich weiß. Es ist wie mit allem. Am Anfang kostet es Überwindung und braucht Übung. Doch je mehr Antworten und Aha-Momente du für dich gewinnst, umso schneller durchschaust du deine inneren Programme.
Ich bin auf diesem Weg. Längst nicht am Ziel. Manchmal läuft’s, manchmal hakelt’s. Doch ich bin da. Und ich lade dich ein, auch da zu sein. Bei dir. In deinem Herzen.
Erinnere dich: Du kannst ein erfüllteres Leben leben – als dein Kopf denkt. 😉
Ich umarme dich.
Deine Olivia
