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BOA, GLOTZ NICHT SO!

Von Olivia Sonnig · Lesen: ca. 4 Min. · Anhören

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Titelbild: BOA, GLOTZ NICHT SO!

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BOA, GLOTZ NICHT SO! – vollständiger Text

Ich muss schmunzeln, während ich diesen Satz schreibe. Genau diese Gedanken hatte ich als junger Mensch dauernd. Ich war so ein Mädel, dass sich gerne schick machte und gerne stylte. Und wenn ich mir so richtig gut gefiel, traute ich mich unter die Leute.

Aber was dann kam, war mir nicht so angenehm. Die Leute, die Typen, die glotzten einfach nur blöd! So kam es mir damals vor, weil es mir unangenehm war.

Nun würdest du vielleicht denken: Ja, Mädel, wenn du dich „schön machst“, dann willst du doch gesehen werden, oder?

Meine Antwort darauf lautet: Jjjjein! Wenn ich genau in mich reinspüre, war das, was ich tat, in erster Linie der Grund, mir selbst zu gefallen. Vielleicht auch, mich selbst sicher genug zu fühlen, dass ich „gut genug“ bin. Dass niemand an mir etwas aussetzen kann, weil alles stimmt. (Äußerlich ;-)) Dass mit mir alles stimmt und dass die Welt in Ordnung sein kann, weil so alle mit mir zufrieden sein müssen!

In zweiter Linie war der Grund, anderen gefallen zu wollen, nicht im Sinne von: Boa, ist die schön! Sondern, boa, ist das ein toller Mensch….und auch noch hübsch dazu! Diesen Menschen muss man einfach gern haben!

Tja, Pustekuchen. Allein aufs Äußere beschränkt und mir Vielem noch lange nicht bewusst, vergaß ich, dass da noch ein entspanntes Lächeln dazu gehört, eine Souveränität, eine charismatische Ausstrahlung von innen, die mir damals noch gefehlt hat.

Und so war ich genau so frustriert, wie immer. Die anderen waren alle blöd. Und die, die sich von mir distanzierten, waren einfach nur neidisch! Hahaha!

Warum schreibe ich das überhaupt? Mir fiel dieses Thema ein, während ich hier sitze, an einem ruhigen ungenutzten Parkplatz mit Blick auf einen kleinen Park mit großen Eukalyptus- und Akazienbäumen. Das Meer, zwei Gehminuten entfernt, schimmert blau hindurch und ab und an gehen Spaziergänger oder Jogger hier vorbei über eine Holzbrücke, die über ein fast zugewachsenes ehemaliges Bachbett führt.

Als eine junge Frau dunkler Hautfarbe sich der Holzbrücke nähert, sitze ich auf meinem Stuhl mit Blick in ihre Richtung. Mein Kopf überlegt kurz: Soll ich einfach zur Seite schauen oder soll ich sie direkt anschauen, wenn sie über die Brücke kommt. Meine Haare sind noch feucht, ich bin völlig ungeschminkt und mein Herz entscheidet: Lächle sie an, wenn sie vorbei kommt.

Das tute ich. Und die junge Dame sieht mein Lächeln und erwidert es mit ihrem Lächeln. Ich nicke freundlich mit meinem Kopf und freue mich über diese kurze freundliche Begegnung.

Und da wird mir klar, wie sehr genau das zählt.

Ohne Kopfgedanken, wie: Das sind Fremde, die brauche ich nicht grüßen. Oder: Oh, ich bin nicht gestylt, ich mache mich lieber unsichtbar. Oder: Ach, was nützt denn mein Lächeln. Sie könnte das missverstehen oder gar nicht wertschätzen. Oder: Mensch, hier sollen keine Leute vorbei kommen und mich sehen. Ich will nicht, dass mich jemand anschaut. Die Leute sollen woanders hin gucken.

Ja, und da fiel mir dieser Satz von damals ein: „Boa, glotz nicht so!“

So schließt sich der Kreis. Und die Moral von der Geschicht?

Folge deinem Köpfchen nicht! Hahaha!

Es ist unsere Ausstrahlung, unsere Weisheit, die diese Welt schöner macht. Nicht die gestylte Frisur, nicht der Lippenstift, nicht die Mascara, nicht die richtige Stimmung!

Es ist meine Ausstrahlung und meine Wertschätzung für alles, was mir begegnet. Und es ist meine Entscheidung. Oder besser gesagt: Meine wertschätzende Neutralität für alles, was sich mir zeigt.

Wohlwissend, dass jeder in seiner Welt seine Erfahrungen macht, seine eigenen Gedanken, Probleme und Freuden hat.

Wohlwissend, dass ein Lächeln, wenn auch nur für einen Moment, eine Verbindung schafft, Herzen öffnet und den Tag schöner machen kann.

Wohlwissend, dass andere mich sowieso völlig anders sehen als ich mich selbst.

Wohlwissend, dass niemand kritischer mit mir selbst ist, als ich es bin.

Wohlwissend, dass es Vieles loszulassen gibt, das ganze Kopfkino, damit das Leben noch entspannter sein kann, damit noch mehr Fülle, Freude, Wunder diesen Tag füllen können.

Aus dem Herzen strahlen, ohne Erwartungen und ohne festgefahrene Gewohnheiten, Programme, Geschichten.

Heute ist ein neuer Tag. Jetzt ist ein neuer Moment. Wie kann ich etwas Besseres erleben? Ich

befreie mich von jedem Zwang und freue mich über meine innere Ausstrahlung, die heute schon ein Lächeln bei einem fremden Menschen bewirkt hat und mein Herz berührt hat.

Das Leben kann so einfach sein!

Erinnere dich: Dein inneres Strahlen kann mehr bewirken, als dein Kopf denkt.

Ich umarme dich

deine Olivia

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