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Lesen und Lauschen · Olivia Sonnig

MEIN DRAMA-LAMA-ZUCHTBETRIEB

Von Olivia Sonnig · Lesen: ca. 5 Min. · Anhören

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Titelbild: MEIN DRAMA-LAMA-ZUCHTBETRIEB

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MEIN DRAMA-LAMA-ZUCHTBETRIEB – vollständiger Text

Gerade in den letzten Tagen machte sich in mir wieder eine Dauerunzufriedenheit breit. Jedes Mal, wenn ich in den Spiegel schaue: Boah, denkt mein Kopf: die Haare, die Haut, die Brille, einfach alles….ist nicht gut so wie es ist. Ich will gar nicht ins Detail gehen, denn ich will sie ja loswerden, diese Furz-Gedanken.

Mein Drama-Lama-Zuchtbetrieb, eine interessante Worterfindung von Tobi Beck, da oben in meinem Kopf, du weißt schon, mein Dauerthema.

Ritchie war so liebevoll mit mir und sagte mir das genaue Gegenteil von dem, was mein Kopf mir da dauernd erzählte und ich saß jedes Mal da und schwieg. Manchmal konnte ich es annehmen und manchmal war mein Kopf lauter. Manchmal rührten mich seine Worte zu Tränen und manchmal schaute ich traurig zu Boden und schämte mich über meine schlechten Gedanken über mich selbst.

Und vielleicht geht das, was ich dir hier erzähle, direkt auch in dein System, damit du es verinnerlichst und damit du, wie ich, künftig anders mit dem, was dein Kopf täglich fabriziert, umgehst. Natürlich nur, wenn du dich angesprochen fühlst.

Damit komme ich jetzt mal kurz auf den Punkt, auch wenn ich mich darüber wiederholt auslasse! Aber ich kann es gar nicht oft genug besprechen!

Erstens: Wie viele meiner Ängste, die aus meinem Kopfinneren kommen, sind eigentlich echt? Die meisten Ängste sind wirklich nur Illusionen. In 90 Prozent der Fälle bin ich safe und schwebe nicht in Lebensgefahr. Aber dieser Hormoncocktail, wenn der sich in meinem Körper breit macht, der beeinflusst mich derart, dass ich mich auf lange Dauer gesehen, immer kleiner mache, mich irgendwann am liebsten nur noch in einem Keller verstecke, weil die Welt da draußen einfach zu unberechenbar, zu gefährlich scheint.

Aber Wachstum passiert nur, wenn ich da mutig werde. Ein stabileres Selbstbewusstsein kann ich nur dann aufbauen, wenn ich diesen Mut-Muskel trainiere und sage: Komm her, Angst, ich mache es trotzdem. Ich will nicht stagnieren, ich will nicht, wie ein stehendes Gewässer, irgendwann anfangen zu stinken.

Wie ich im letzten Post schon sagte: Wir haben Angst vor unserer eigenen Größe, davor, dass unser eigenes Licht wirklich groß wird. Denn, was ist dann? Wenn ich echt bin und wirklich mein Leben verändere? Wenn es unbequem für die anderen um mich herum wird, die nicht wollen, dass ich mich verändere….und ich dann auch lernen muss, damit umzugehen und das auszuhalten….

Zweitens: Wie viele meiner Gedanken über mich selbst sind Bullshit? Ich bin nicht gut genug, ich sehe scheiße aus, ich schaffe das sowieso nicht, ich bin unbedeutend, ich lass es einfach sein, ich kann das nicht, ich bin zu alt, ich bin zu unvorbereitet, ich bin nicht schön genug, mir fehlt das und das und das….ach, die Idee gibt es ja schon, darüber gibt es schon so viele Bücher, die machen das viel besser als ich….

Die meisten meiner Gedanken über mich sind für die Tonne. Wenn ich schon morgens in den Spiegel schaue….mein Kopf ist darauf programmiert, nur das zu sehen, das für ihn „negativ“ ist. Da zu viele Falten, da der weiße Haaransatz, der mir nicht steht, da wieder irgendein Haar, das aus einer Hautstelle herausragt, wo es gar kein Haar geben sollte. Oh, die Lippen sind zu blass, da muss Lippenstift drauf, die Augenlider hängen so runter, dass meine Augen zu klein wirken….ach, meinem Kopf fallen da noch mehr Dinge ein, wenn ich ihn lasse. Das ist sein Spezialgebiet, glaube ich.

Ok, das ist wohl besonders ein Thema für uns Frauen, die wir ja noch mehr darauf programmiert sind, kritisch mit uns selbst zu sein. Ich bin echt froh, dass unsere Männer da etwas anders gestrickt sind, damit ein gesunder Ausgleich da ist!

Und wie sich Synchronizitäten in meinem Leben immer öfter ergeben, kommt genau passend heute da jemand mit genau diesem Thema daher, hält mir sozusagen den Spiegel vor und fordert mich auf, mich einmal wirklich anzuschauen und noch mehr….

Und das habe ich dann gemacht. Ritchie übrigens auch. Wir setzten diesen wunderbaren Tipp sofort um. Ich nahm meinen Handspiegel, lächelte mich liebevoll an und sagte mir aus tiefstem Herzen, nicht einfach so, drei Dinge mitten ins Gesicht, die ich an mir mag. Es waren sogar vier, wow!

Und weißt du was?

Mein Innerstes begann zu zittern vor freudiger Erregung und es flossen ein paar Tränen. Warum eigentlich? Warum ist das nicht das Selbstverständlichste der Welt, dass ich so liebevoll mit mir rede, wie ich es mit anderen tue?

Unglaublich, wie sehr wir doch im Mindfuck gefangen sind, oder? Dass es nicht einmal normal ist, so liebevoll zu uns selbst zu sein, wie wir es bei unseren besten Freunden oder bei unseren Kindern sind. Oder würdest du deinem Kind oder deiner besten Freundin Worte sagen, wie: Lass es besser bleiben, du bist nicht gut genug? Oder, guck mal, wie zerknittert du heute wieder aussiehst, dein Bauch ist zu dick, du kriegst wieder gar nichts auf die Reihe?

Nein, aber nur zu uns selbst sind wir die größten Kritiker. Aber, weißt du was? Das sind nicht wir, das ist nur unser programmierter Kopf, der nicht nur falsch, sondern total veraltet programmiert ist und unbedingt ein neues Programm benötigt, damit sich unser Leben zum Positiven verändern kann. Denn, so wie ich in den Tag starte, mit schlechten Gedanken und Gefühlen über mich, so gestaltet sich dann mein Leben. Wenn ich mir das bewusst mache, kann auch mein Kopf nicht mehr darüber hinweg lächeln.

Erinnere dich, du bist so viel besser als dein Kopf denkt. Schau mal in deinen Spiegel und sage dir drei Dinge, die du an dir magst. Doch Vorsicht: es könnte emotional werden!

Schreibe gerne in den Chat, wie es dir dabei ergangen ist.

P.S.: Diese Übung reicht nicht, wenn du sie nur einmal machst. Ich mache sie jetzt täglich über einen langen Zeitraum, damit sich diese neue Programmierung in meinem Kopf dauerhaft einbrennen kann.

Ich umarme dich

deine Olivia

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