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Lesen und Lauschen · Olivia Sonnig

SO FÜHLT SICH ECHTE FÜLLE AN

Von Olivia Sonnig · Lesen: ca. 5 Min. · Anhören

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Titelbild: SO FÜHLT SICH ECHTE FÜLLE AN

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SO FÜHLT SICH ECHTE FÜLLE AN – vollständiger Text

Es ist Mittag. Ich sitze an unserem Van-Tisch, mein Laptop vor mir. Ich wollte mich längst bewegen, raus gehen, meinen Körper und meinen Kreislauf ein wenig auf Trab bringen, nach der langen Sitzerei.

Doch ich bleibe sitzen, als ob mein Gesäß wie von einem Magneten auf der Sitzbank fest gehalten wird, wie zementiert.

Hier und da kommen die ersten Hitzewellen über mich, weil es so warm ist, und ich freue mich über jeden kräftigen Windstoß, der durch die offene Türe durch den Raum weht und mich erreicht.

Ich merke, wie es innerlich arbeitet. Ich bin ganz still geworden. Es ist eine seltsame Mischung aus Berührtheit, Dankbarkeit, aber auch Unsicherheit und ja eine Art von Scham zu spüren, ganz tief in mir drin.

Diese Mischung mag mein Kopf gerade schnell überspielen oder abhaken wie einen Einkaufszettel, der erledigt ist. Mein Kopf sagt: Komm, lass uns losgehen, ablenken, abschalten.

Aber nein. Ich bleibe bewusst in dieser emotionalen Situation und mache die Worte, die mir im Chat geschrieben wurden, noch einmal bewusst. Es waren Worte tiefer Dankbarkeit und Wertschätzung an mich.

Und ich merke, dass ich mich, nachdem ich herzlich darauf geantwortet habe, gleich anderen Dingen widmen will. Und ich erkenne gleich, warum das so ist.

Ich merke, wie ich mich dabei ertappe, dass ich es immer noch nicht wirklich lange aushalten kann. Dass ich immer noch Schwierigkeiten habe, mit Lob, mit Dank, mit Wertschätzung umzugehen.

„Ach, keine Ursache. Hab ich gern gemacht. Das war doch nichts. Alles gut! Kleinigkeit. Gern gescheh’n“…. und weiter geht’s – ohne echte, wirklich echte Annahme, die viel, viel tiefer geht.

Ich sehe gerade ein Bild vor mir. Ein Herzensbrief wird an einem Eingang abgegeben. Eine stabile, schön verzierte Holztüre, die zu einem wunderbaren warmen Haus führt, öffnet sich. Der Brief wird freundlich dankend empfangen, geöffnet, gelesen und weg gelegt. Er liegt nun in einer Schublade.

Doch er hätte weiter gereicht werden müssen – durch eine weitere Türe dieses wundervollen Hauses,die zu dem wahren Inhaber führt, dem der Brief galt.

Der Typ namens Verstand hat ihn gelesen und einfach in eine Schublade gelegt. Er ist nicht auf die Idee gekommen, diesen Dankesbrief weiter zu geben, an diese Lichtgestalt, die im Inneren dieses Hauses wohnt, mitten in diesem Herzraum. Da gehört dieser Brief hin.

Und in dem Moment, wo dies geschieht, wo diese Lichtgestalt diesen Brief in ihren Händen hält, geschieht etwas: Dieser Raum füllt sich mit neuen Farben, die noch brillanter strahlen. Liebe durchflutet diesen Raum, eine Liebe, die durch das ganze Haus strömt in jede einzelne Zelle.

Was passiert? Das ganze Haus strahlt heller, es ist ein neues Bewusstsein dafür entstanden, dass in diesem Haus ein wertvoller Mensch lebt, der beginnt, diese Wertschätzung, die ihm entgegen gebracht wurde, noch mehr für sich selbst zu fühlen und noch mehr auszustrahlen.

Dieses Bild wurde nun zu einer kleinen Geschichte und ich muss schmunzeln, denn auch hier erlebe ich gerade, aber nur weil ich es mir bewusst gemacht habe, diesen wunderbaren Moment von Synchronizität.

Seit wenigen Tagen bin ich nämlich mit der Fülle in meinem Leben im Kontakt. Ganz bewusst, spielerisch, angeleitet von einer wunderbaren Frau, die dieses Spiel ins Leben gerufen hat.

Mir ist nicht nur bewusst geworden, wie viel Fülle bereits in meinem Leben da ist. Ich habe sie eingeladen, präsenter zu sein. Ich habe mit ihr, wie mit einer Freundin, einem lieben Menschen, gesprochen. Und ich spürte immer noch eine Zurückhaltung, ein Zögern in mir drin. Wie ein unsicheres Kind, das sich nicht traut. So erlebe ich gerade diesen Teil in mir, der immer noch verschlossen ist. Der sich nicht in seiner wahren Blüte zeigt, weil er noch Angst davor hat.

Doch die Zeichen, die mir die Fülle gibt, waren heute so deutlich spürbar. Ja, ich erkenne sie und ich nehme sie dankbar an.

Und gleichzeitig sehe ich sie als Aufforderung an mich, diesen Teil, der noch verschlossen ist, langsam zu öffnen und mir zu erlauben, diese Tiefe zu fühlen.

Andere verurteilen ist immer so viel leichter als sich selbst an die Nase zu fassen.

Und andere zu loben und zu lieben scheint mir ebenso so viel leichter, als sich selbst diese Wertschätzung zu geben. Krass, dass es da für mich immer noch so Einiges zu erledigen gibt.

Doch ich bin dankbar, während ich diese Zeilen schreibe und durch den flatternden transparenten Vorhang auf die umliegenden Berge blicke.

Menschen gehen über den Platz, Autos fahren vorbei. Aus der Bäckerei dort hinten klingt Frauengesang. Vermutlich hat jemand Geburtstag. Die Sonne scheint, wie immer, der Himmel ist blau. Ein Tag wie jeder andere? Nein, jeder Tag ist neu und einzigartig, wie dieser hier.

Was mache ich mit diesen Emotionen nun? Ich erlaube mir mehr Stille bei mir selbst und lasse sie tiefer sinken, bis dieser „Brief“ vollkommen im Herzraum angekommen ist, um sich dann in Licht und Liebe zu verwandeln.

Und jetzt, nach einem Seufzen, huscht ein Lächeln über meine Lippen. Ist es nicht absurd, dieses Leben? Ich möchte einfach los lachen. Lachen über all das „Menscheln“. Ja, lachen ist gesund!

Kannst du auch lachen über dein Leben? Und kannst du auch die Fülle um dich herum erkennen?

Das schönste Gefühl von Fülle habe ich, wenn ich so dankbar berührt bin, dass mir die Tränen kommen, wenn mein Herz ganz weit offen steht, wenn ich tanzen und hüpfen kann, wie ein Kind, wenn ich mich frisch und lebendig fühle, wenn ich voller Vorfreude auf etwas bin, wenn ich die wunderschöne Natur genießen kann, wenn ich …..wow, das hört ja gar nicht mehr auf!

So viel Fülle ist schon da!

Doch diese Fülle, die ich heute erleben durfte, ist ganz besonders, denn sie wirft mich auf mich selbst zurück. Danke dafür.

Erinnere dich: Du bist von mehr Fülle umgeben, als dein Kopf denkt!

Ich umarme dich

deine Olivia

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