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WACHSTUM GESCHIEHT STILL UND LEISE

Von Olivia Sonnig · Lesen: ca. 4 Min. · Anhören

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Titelbild: WACHSTUM GESCHIEHT STILL UND LEISE

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WACHSTUM GESCHIEHT STILL UND LEISE – vollständiger Text

Kennst du das auch, wenn du das Gefühl hast, ständig auf der Stelle zu treten und irgendwie doch immer wieder dasselbe zu tun? Oder irgendwie gar nichts zu tun! Es scheint so, als ob sich nichts verändert hat und als ob du die letzten Wochen, Monate, ja vielleicht Jahre, nichts wirklich geschafft hast.

Ich bin gerade in so einem Moment und habe genau dieses Gefühl. Und es fühlt sich nicht gut an. Eine Art Unzufriedenheit, ein Gefühl von „in der Luft hängen und nicht weiter kommen“, ja so eine Art von Stagnation. Und diese Unzufriedenheit kenne ich sehr gut.

Früher habe ich nachts immer wieder mal geträumt, ich will los laufen oder weg gehen aber komme nicht vorwärts, weil mich irgend etwas lähmt. Diese Traumsequenz fällt mir gerade dazu ein und sie beschreibt in ähnlicher Weise dieses miese Gefühl.

Aber ist das wirklich so, wie ich meine, es gerade zu fühlen? Komme ich wirklich nicht von der Stelle? Ich habe die letzten Tage enorm körperliche und seelische Blockaden durchgemacht und bearbeitet und war einfach nicht in der Lage, irgendwo hinzufahren oder etwas Neues zu tun.

Es ging nur in kleinen Schritten, in ganz kleinen Schritten Tag für Tag vorwärts. Immer wieder ging etwas besser. Ich konnte wieder Sport machen, ich konnte wieder spazieren gehen oder längere Zeit auf einem Stuhl sitzen….

Und dann kommt mein Kopf daher und meint, es tut sich nichts. Es geht zu langsam, es bewegt sich nicht viel. Ich könnte doch, ich sollte doch, ich müsste eigentlich doch….

Nein, nichts muss ich und ich habe….ganz viel geleistet.

Ja, geleistet, wenn ich dieses Wort einmal bewusst nutze. Denn über Leistung, ja über Leistung habe ich viele Jahre meinen Wert definiert. Und jetzt zeigt sich noch einmal dieses eingebrannte Glaubensmuster – ich hoffe, ein letztes Mal. Denn gerade wird mir einiges bewusst.

Und gerade, wirklich passend, erreichte mich ein Brief von zwei wunderbaren Menschen, bei denen wir, Richie und ich vor Jahren eine Zeremonie hatten. Ihr Newsletter erreichte mich und ich nahm mir ausnahmsweise die Zeit, ihn zu lesen. Jetzt bin ich total dankbar, denn der Inhalt erinnert mich an etwas Wesentliches und bringt mir wieder ein entspanntes Lächeln auf mein Gesicht. Nicht nur auf mein Gesicht – mein ganzes System entspannt sich.

In dieser persönlichen Geschichte über das Wachstum ihrer beiden Kinder und ihre inneren Erkenntnisse wurde mir plötzlich genau das klar:

Wachstum geschieht ununterbrochen und nicht nur dann, wenn offensichtlich ist, dass etwas Großes passiert. Es sind nicht die großen Schritte, die wir tun. Es sind ganz viele kleine, oft die, die im Verborgenen bleiben.

Innere Arbeit, inneres Aufräumen werde ich nie erkennen können, wie jemand der Holz gehackt hat und später diesen Holzhaufen dankbar vor sich sehen kann.

Und gerade in der täglichen Hektik vergessen wir oft so wesentliche Dinge. Besondere Momente, Schlüsselerlebnisse, Aha-Momente, die so wichtig für unsere Entwicklung waren.

Und ja, manchmal vergesse ich, dass ich als Erwachsene auch noch große Schritte mache. Schon alleine, indem ich es wage, loszulassen, was loszulassen ist und indem ich erkenne, dass Wachstum oft still und leise geschieht.

All die vielen Schritte, die ich tat, sie bleiben unsichtbar und unerkannt, solange ich mich in der Hektik des Alltags, im Drängen und Lenken verliere. Es wird mir erst in diesen besonderen Momenten der Stille bewusst.

Wachstum wird oft erst sichtbar, wenn ich etwas Abstand nehme. Wenn ich mir die Zeit nehme, klare Rückschau zu halten. Das können wenige Minuten sein, in denen ich einen Blick zurück werfe auf das, wo ich vor einem Jahr stand, oder ein Urlaub, in dem ich aus dem Alltag ausbrechen und anders auf alles blicken kann.

Durch etwas Abstand fallen einem dann plötzlich die Schritte auf, die gemacht wurden – von mir selbst und auch von den lieben Menschen um mich herum.

Und mit dieser Erkenntnis schreibe ich dankbar diese Zeilen, um sie mit dir zu teilen. Ich merke, wie Dankbarkeit und Zufriedenheit in mir hochsteigen, mich zum Lächeln bringen und wie ich zu mir sagen kann: „Hey, du trittst nicht auf der Stelle. Du bist großartig. Schau, wo du jetzt, heute stehst! Erinnere dich, wo du vor einem Jahr standest.

Du bist immer noch hier! Es waren sehr viele Schritte bis hierhin und sie waren nicht alle leicht zu gehen. Doch du bist immer noch hier und du schreibst diese Zeilen hier und berührst andere, die mit dir fühlen und sich jetzt auch erinnern, welche Schritte sie gegangen sind.

Alleine dafür haben sich all diese Schritte gelohnt. Dafür bist du gewachsen – um dich und andere daran zu erinnern!“

Wow, da hat mein Herz zu mir gesprochen! Ich bin von meinem eigenen Herzen berührt!

Und es geht weiter, immer weiter, in kleinen Schritten. Und wenn es dran ist, auch in großen sichtbaren Schritten.

Erinnere dich: Du leistest mehr, als dein Kopf denkt!

Na, bist du zufrieden mit dir und deinen Schritten, wenn du so zurückblickst auf die letzten Monate oder wo du standest noch vor einem Jahr? Was sagt dein Herz, dein Innerstes? Nicht dein Kopf!

Schreibe gerne in den Chat! Ich freue mich von dir zu lesen!

Herzliche Umarmung

deine Olivia

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