WELCHEM GURU FOLGST DU? – vollständiger Text
Das, was ich jetzt mit dir teilen will, ist nicht neu, doch gerade ungewöhnlich intensiv in mir am arbeiten. Ich kann das Thema nicht in einem Wort beschreiben. Doch vielleicht gelingt es mir, es dir so klar und präzise zu beschreiben, dass du sofort spürst, was ich meine.
Wir alle sind auf unserem Weg, jeder individuell. Und dabei hat bestimmt jeder immer wieder Anker gesucht im Außen. Orientierung, die wir alle immer wieder brauchen, solange wir sie in uns selbst nicht komplett gefunden haben. So, wie Kinder zunächst in jungen Jahren die Orientierung über ihre Eltern finden.
Manche finden sie in Religionen, in Ritualen, in liebgewonnenen Gewohnheiten, in unterschiedlichen Weltbildern, in Gurus, in Menschen, die irgendwie in der Öffentlichkeit stehen, leider auch in den Nachrichten (nach-gerichteten Geschichten), in Ärzten, der Regierung etc. etc.
Und in den Jahren, die ich schon hier lebe, habe auch ich immer wieder unterschiedliche Stützpunkte gesucht und gefunden und wieder los gelassen. Gerade erlebe ich einen intensiven Loslassprozess, in dem ich wieder Vieles infrage stelle und überprüfe.
Und ich stelle fest, dass ich in mir ein Wunschbild trage und gerne denen lausche, die diesen Wunsch bereits aufgegriffen haben und prognostizieren.
Und da habe ich mich gefragt: Ist das richtig, dass ich diesen Worten Glauben schenke, weil sie in mir Anklang finden? Finden sie deshalb in mir Anklang, weil sie für mich stimmen oder weil sich ein Teil von mir das so wünscht?
Ich habe gar nicht so recht bemerkt, dass ich doch gar nicht so „eigenständig“ und „unbeeinflusst“ unterwegs bin, wie mein Kopf es dachte ;-)
Selbst, wenn ich mein „Ding“ mache, mein Leben so kreiere, wie es mit mir räsoniert, wie es meinem Herzen, meiner Seele gut tut, weil es mich zu mir selber bringt….Selbst, wenn ich meinem Herzen folge... Ich suche doch immer noch auch Halt im Außen.
Zuerst empfand ich es als Schwäche. Oder war es mein Kopf? Doch ist daran etwas schlecht oder verwerflich? Es ist doch menschlich – und es ist verständlich. Und ja, es wird vom System und von einigen auch dolle ausgenutzt. Und die Unselbstständigen, die ganz viel Halt im Außen suchen, die tappen öfter in die Fallen, die ihnen gestellt werden.
Ich habe mich von vielen Abhängigkeiten gelöst, unglaublich Vieles los gelassen und doch hänge ich stetig noch an irgendetwas oder auch an irgendjemandes Worten oder Frequenzen. Ich glaube sogar, ich kann das gar nicht vermeiden. Jedenfalls nicht in dieser Phase meines Lebens.
Und da habe ich mich gefragt: Wie autonom bin ich eigentlich und wie sehr entscheide ich wirklich rein aus mir heraus, ohne von außen beeinflusst zu sein? Wieder mal Fragen, die ich nicht zufriedenstellend beantworten kann.
Doch was mich gestern schockiert hat, war ein Text, den ich laut vorlas. Er war von einem Whistleblower und beschrieb in wiederholt anderen Worten, was hier abgeht, wie diese Welt kreiert und koordiniert und gesteuert wird, etc..
Das war mir alles (zum Glück) nicht neu. Und doch bekam das Ganze einen so negativen Touch, dass es mich für eine Weile runter zog. Ich fühlte mich hilflos und verloren in dieser dunklen, schrecklichen Version von Welt, die auf einer Ebene und für viele tatsächlich real ist. Ich fragte mich, ob es überhaupt ein Licht am Ende des Tunnels gibt oder ob wir von vorne bis hinten komplett verarscht werden. Und gleichzeitig wurde mir bewusst, wie sehr ich an meiner „Happy-End-Geschichte“ festhalte, von der ich will, dass sie wahr wird.
Nun, dieser besagte Text war von 2022 und das erleichterte mich. Denn es hat sich in dieser Zeit so Vieles energetisch verändert und das machte mir wieder Hoffnung.
Und, obwohl ich weiß, dass jeder Einzelne von uns dazu beiträgt, wie sich die Weltlage von Moment zu Moment verändert, glaube ich auch oder möchte ich auch glauben, dass es größere Dinge, Ereignisse gibt oder geben wird, die uns irgendwann automatisch in eine Richtung bringen, die für uns so sein soll.
Und jetzt, durch diesen Prozess, habe ich für mich eine neue Klarheit gewonnen. Je mehr ich in mir selbst verankert bin und meinem Herzen folge, umso weniger Halt benötige ich im Außen. Denn mein Herz, mein inneres Gespür ist mein Anker, mein Kompass. Ganz besonders für die kommende Zeit, in der Fake und Wahrheit, KI oder Mensch, kaum noch zu erkennen sind. Da kann ich nur noch spüren: Stimmig oder nicht stimmig?
Je weniger ich diesen Anker in mir selbst habe, also je unbewusster ich bin, umso mehr Halt suche ich im Außen. Und umso mehr folge ich auch irgendwelchen Lehren, Prognosen, Prophezeihungen etc.
Ich glaube, jeder hat bereits seine Zeitlinie gewählt, auf einer tieferen Ebene. Wenn ich mir selbst treu bleibe und immer wieder abgleiche mit dem, was ich in mein Leben lasse – egal ob Texte, Schriften, Interviewinhalte, Inhalte aus Auftritten von Menschen in der Öffentlichkeit, dann sortiert sich von selbst das aus, was nicht meine Wahrheit ist.
Vieles war einmal meine Wahrheit und Vieles wird in Zukunft meine Wahrheit sein.
Wir alle leben jetzt in diesem Moment unsere Wahrheit – das, woran wir glauben und das, was tief in unserem Unterbewusstsein unsere Wahrheit manifestiert. Und all diese Wahrheiten zusammen formen unser Kollektiv auf den verschiedenen Bewusstseinsebenen.
Das Leben ist ein Bewusstseinsprozess, ein stetiges Neu-Werden. Und dabei ist es hilfreich und auch sinnvoll, wenn wir anderen folgen, die den Weg bereits gegangen sind oder die uns auf unserem Weg gerade gute Wegbegleiter sind. Menschen und deren Erkenntnisse, die uns stärken und uns mehr zu uns selbst bringen.
Ich glaube, das ist der beste Kompass, den ich haben kann: Mit meinem Herzen abgleichen: Bringt mich das, was ich gehört habe, in meine Kraft oder nimmt es mir Kraft und schwächt oder verunsichert es mich auf meinem Weg?
Verunsicherung darf auch mal sein, aber nur im Sinne von: Überlege es dir nochmal genau, spüre nochmal besser hin. Steckt da Wahrheit drin, die dich weiter bringt?
Doch wer oder was dich dauernd kritisiert, infrage stellt, klein macht, wer deine Welt nicht respektiert, wer dir das Gefühl gibt, falsch, hilflos, ohnmächtig und klein zu sein, der oder das gehört nicht in dein Leben. Und dazu gehören nicht nur die nächsten Menschen aus deinem Umfeld. Denk mal darüber nach – spür mal rein.
Ich bin jetzt im Frieden damit. Ich habe reingespürt und mein Körper hat mir deutlich signalisiert, wer mir gut tut und wer nicht. Und darum stehe ich dazu, meine aktuelle Wahrheit immer wieder mal auch mit den Wahrheiten der Menschen abzugleichen, die ich meine Mentoren nenne. Mentoren sind Vorbilder, die mir auf meinem Weg hilfreich sind. Menschen, die gerade mehr fühlen, wissen oder sehen, als ich es kann.
Ich nenne sie nicht Gurus. Denn ich folge keinem Guru, unhinterfragt und stetig, blind, ohne immer wieder die Beobachterrolle einzunehmen und alles zu hinterfragen.
Na, welchem Guru folgst du? Wem oder was folgst du? Gibt es Menschen, Bücher, Inhalte, die für dich so essentiell sind, dass du sie vielleicht bisher noch nie hinterfragt hast?
Und ich sage es nochmal: Es ist in Ordnung, Orientierung im Außen haben zu wollen. Wir brauchen sie, zeitweise und je nachdem, wie stabil wir innerlich sind.
Wir sind keine Einzelkämpfer, und wir helfen uns gegenseitig, jeder da, wo er gerade steht. Doch, wo kein Loslassen sondern ein blindes Festhalten geschieht, da kann keine Neuorientierung stattfinden, kein Wachstum, keine neue Wahrheit Platz finden.
Erinnere dich: Du hast mehr Gespür für deine Wahrheit als dein Kopf denkt.
Ich umarme dich
deine Olivia
